November? Das kommt dann jetzt doch etwas plötzlich, oder? Gefühlsmäßig stecke ich immer noch im Spätsommer fest, aber es ist schon auch einiges passiert in den letzten Wochen, inklusive Wintermantel. Hmm. Na gut, wird schon stimmen.
Erfreulich ist das Ausschlafen. Leider muss ich kurz vor 9 aufs Klo und dann springt der Kopf an, sonst hätte ich vielleicht noch länger durchgehalten. Auf den Kopf folgt bald der Magen, drum unterbreche ich den morgendlichen Reboot mittendrin und mache erstmal ein veritables Sonntagsfrühstück zurecht, dass ich dann qua Sonnenschein auch noch auf dem Balkon einnehme. Ich komme mir ganz verwegen vor, stelle aber später am Tag fest, dass das auch 2025 und sogar schon 2014 ebenfalls so passierte.

Nach dem Essen wird gebloggt, gesprachübt und gerätselt. Zum Schluss ist die Sonne hinter Wolken und ich krabble lieber wieder zurück ins Bett und wärme mich auf. Gegen 14 Uhr ist dann endgültig Aufstehzeit und Haushaltsrumrödelei aller Art.

Dann gibt es als Mittagssnack eine letzte Karotte mit Kichererbsen-Avocado-Dip und um 16 Uhr verlasse ich das Haus und fahre aufgrund der akuten Öffi-Unbill mit einer anderen Straßenbahn in den Wedding und von dort mit der U-Bahn nach Südberlin. Immerhin komme ich so zu längerem ungestörten Weiterlesen im Buch, in dem sich nach längerer Tändelei der Plot wieder verdichtet.
Ich treffe den Liebsten und das Teilzeitkind am Kino, wir decken uns mit Popcorn, Nachos, Getränken und Süßkram ein (plus Tickets ist das zu dritt ein Spaß von knapp 77 Euro…) und nehmen dann in unseren Kinosesseln Platz.

Das Kino gibt sich wirklich Mühe, den Komfort des heimischen Sofas nachzuahmen. Die Sessel lassen sich zu Liegesesseln ausklappen und dazwischen ist genug Platz für Getränke und Snacks. Hat dann aber eben auch was von zuhause für sich Filmgucken, geradezu eine Besucher*innenvereinzelungsanlage. Der Liebste und ich müssen uns ganz schön anstrengen, um Händchen zu halten und bis zum Teilzeitkind rüberbeugen, um sich Kommentare zuzuflüstern ist ein ganz schöner Akt. Irgendwo las ich neulich etwas darüber, dass sich in den letzten 100 Jahren die Freizeit immer stärker individualisiert hat und selbst, wenn man etwas gemeinsam macht, macht man es eigentlich separat für sich. Das war im Kontext eines Artikels zu Arbeitskultur, irgendwas mit Gemeinschaft schaffen im Büro oder am Band und Gemeinschaft rausholen im Privaten, damit sich niemand auflehnt gegen den Kapitalismus. Hmm.
Die neue Emil und die Detektive-Verfilmung ist jedenfalls wirklich empfehlenswert. Natürlich müssen plottechnisch ein paar Löcher gerissen werden, damit die fast 100 Jahre alte Story ins heutige Berlin passt, aber das verzeihen wir für die Authentizität. Ansonsten alles aber sehr frisch und modern mit Smartphones und E-Scootern, Mietenwahnsinn, Diversity… Der Liebste und ich haben einige Nostalgie- und sehr viele Lach-Momente (die meisten davon haben mit Pony Hütchen und Gustav – ohne Hupe – zu tun) und vergleichen innerlich mit dem Buch. Das Teilzeitkind hat das Buch zwar auch in der Schule gelesen, die Verfilmung von 2001 war aber definitiv eindringlicher, so gibt es später bei der vergleichenden Auswertung die ein oder andere Irritation.
Nach dem Kino gehen wir Malatang essen und obwohl ich diesmal aufpasse und deutlich weniger auflade als in München letztes Wochenende, schaffe ich meine Portion nicht ganz. Diesmal kann ich die Reste aber mitnehmen, also alles nicht so deep.

Dann verabschieden wir uns und ich nehme den gleichen Weg zurück, komme diesmal aber nicht zum Lesen, weil um mich herum sehr viel Berlin stattfindet, inklusive eines sichtlich nicht nüchternen Mannes, der Zahnschmerzen hat, sich in der U-Bahn eine Zigarette anzündet und sich lieb mit einem noch weniger nüchternen Mann unterhält, der ihm immer wieder Wodka Cola und später eine Ibu 600 anbietet. Die Dialoge der Beiden sind filmreif, ich hoffe, er geht morgen zum Zahnarzt.
Als ich wieder auf meiner Couch bin ist es nach halb 10. Ich lerne noch ein paar neue Dinge über BeReal. So ist das, wenn neue Leute dazu kommen, die das nicht so machen, wie „wir“ das schon „immer“ gemacht haben, ich zum Beispiel seit viereinhalb Jahren): Man kann sich da jetzt DMs schreiben und man kann auch wenn man schon alle BeReals des Tages gepostet hat auf den direkten Kanälen weiter welche schicken und auch welche anfordern. Na sowas. An sich natürlich praktisch aber erstens defeated das natürlich den purpose und zweitens ist das dann die nächste App, die für den üblichen Social-Media-Schindluder (im positiven wie negativen) genutzt werden kann und geht also den Weg aller neuen Menschheitserfindungen.
Kurz nach 10 letztes Liebstentelefonat des Tages und dann geht es ins Bett.





























































